Schiffbruch mit Tiger

In Yann Martels Roman Schiffbruch mit Tiger begleitet man den Jungen Pi durch die wohl abenteuerlichste Zeit seines Lebens. Pi ist der Sohn des Zoodirektors im indischen Pondicherry. Sein Vater beschließt, nach Kanada auszuwandern. Also begibt sich die Familie mit dem halben Zoo auf einen japanischen Frachter. Als dieser in einem schweren Sturm sinkt, können sich nur ein Zebra, ein Orang-Utan, eine Hyäne, ein bengalischer Tiger und Pi in ein Rettungsboot retten. Wie man sich vorstellen kann, ist eine friedliche Koexistenz innerhalb dieser ungleichen Notgemeinschaft nicht lange aufrecht zu erhalten. Zumal es um das nackte überleben geht. Also macht sich die Hyäne zunächst über das Zebra her. Dann ist der Orang-Utan dran. Der Tiger greift bis hierhin nicht ein, da er unter Seekrankheit leidet. Doch als er sich erholt, entbrennt ein gefährlicher Machtkampf zwischen den verbliebenen drei Schiffbrüchigen...

Schnell ist man von der Handlung gefangen und wird immer wieder von deren Fortgang überrascht. Oft sind die Erlebnisse so abwegig und phantastisch, dass man nicht weiß, ob man sie glauben soll. Trotz der teilweise grausamen Geschehnisse ist der junge Pi immer bereit, aus seiner Situation das Beste zu machen und optimistisch in die Zukunft zu sehen. Man ist gefesselt und fassungslos, wie er eine Katastrophe nach der anderen meistert. Und am Ende betrachtet man die gesamte Geschichte noch einmal mit anderen Augen und möchte am Liebsten wieder von vorne anfangen zu lesen...

Yann Martel, Fischer (Tb.) Verlag, 382 Seiten, 9,95 EUR

Fazit: Spannung 100%, Phanstasie 100%, maritimer Bezug 33%. Gehört auf jeden Fall in die Bordbibliothek!
Bewertung: 4 von 5 Punkten
Rezension von Regina Hilbers

Mehr im Netz zu "Schiffbruch mit Tiger":
> Wikipedia: Schiffbruch mit Tiger
> Yann Martel liest aus "Life of Pi" auf dem Praque Writers' Festival